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Sabine Wiedenhofer: Farbe und Licht

Die Kunst von Sabine Wiedenhofer ist das Resultat der Vereinigung mannigfaltiger visueller Elemente und Materialien. Sie arbeitet mit Fotografie, Malerei, Skulptur, Glas und Metall und verbindet verschiedene Elemente. um immer komplexere Bilder hervorzubringen....

Sabine Wiedenhofer: Farbe und Licht

Die Kunst von Sabine Wiedenhofer ist das Resultat der Vereinigung mannigfaltiger visueller Elemente und Materialien. Sie arbeitet mit Fotografie, Malerei, Skulptur, Glas und Metall und verbindet verschiedene Elemente. um immer komplexere Bilder hervorzubringen. Ihre Kreativität entsteht aus intensiven Experimenten mit dem Material und seinen Lichteffekten, mit Farbe, Dimensionen und ihrer Platzierung in der Gesamtstruktur. In ihren innovativen Arbeiten verbindet sie diverse Bildsprachen und Ausdrucksformen mit einer originellen Behandlung der Bildoberfläche ebenso wie bei der Interaktion mit dem Betrachter.

Die dreidimensionalen Kreationen, Raum, Leere und Licht sind wie Instrumente, auf denen sie mit dem Gegensatz zwischen Gleichgewicht und Instabilität spielt. Ihre Arbeit erweitert unsere Wahrnehmung der dunklen, unsichtbaren Seite der Wirklichkeit, mit metaphysischen und mystischen Bezügen lotet sie den unsichtbaren Abgrund jenseits des Todes aus.

Sie verwendet keine high-tech Apparaturen, die Komplexität rührt von der sorgfältigen Behandlung des Materials und der akribischen Planung her, die trotz der scheinbaren Simplizität unendlich komplex ist.

TriBeCa ist ein paradigmatisches Beispiel für die lyrischere Seite ihrer Kunst. Hier vereinigen sich systematische Reflexion und poetisches Gefühl, und formales Spiel der Symmetrien mit dem Willen imaginäre Landschaften mit den Mitteln der Abstraktion zu erschaffen. Diese Einheit, dieser Dialog zwischen widersprüchlichen Elementen berührt den Betrachter mit ihrer vibrierenden Musikalität, den Variationen zu einem Thema vergleichbar. Bei den Cubes generieren die Gegenüberstellungen und Interaktionen zwischen Linien und Farben eine feinkristalline musikalische Bildsprache, ohne jegliche Übertreibung oder Mangel. Diese visuelle Musikalität spricht jeden an, egal ob mit dem Kontext, den theoretischen Prinzipien oder dem Rest ihrer Arbeit vertraut oder nicht.

Neben ihrer Arbeit als Malerin und visuelle Künstlerin hat Sabine Wiedenhofer eine Reihe von skulpturalen Objekten produziert. Mehrere Aspekte ihrer Kreativität sind hier verbunden. Es gibt Werke, bei denen es schwierig ist zu benennen, um welche Kategorie es sich handelt, Malerei oder Skulptur, wie im Fall ihrer Light Boxes. Sie sind dazu bestimmt, an der Wand zu hängen, dennoch beinhalten sie die dritte Dimension und das Licht ihrer integrierten Leuchtkörper.

Dagegen zeigen die Stühle von Delicate Future eine fast zeichnerische Leichtigkeit, trotz ihrer manifesten Körperlichkeit und ihres Gewichts als Skulptur. Jedenfalls ist es das Projekt das zählt, die Intention, in die sich die diversen Bereiche ihrer Arbeit einschreiben. Im schwerelosen und wechselhaften Spiel des Lichts in den Fenstern der Kapelle Merkenstein beweist sich Wiedenhofer als subtile Erschafferin dreidimensionaler Räume.

Es gibt eine ständige Spannung zwischen Grundstruktur und Bewegung. Die Bewegung und Veränderung des Lichts im Laufe eines Tages erzeugt eine enorme Vielfalt von Kombinationen, vervielfacht durch das Spiel das Lichts, das durch das farbige Glas in den Raum fällt. Die Glasarrangements bringen komplexe Muster hervor die je nach Tageszeit und Blickwinkel variieren und mystische Lichteffekte hervorbringen. Das Material Glas schuldet sein ästhetisches Potential dem Licht. Mit seinen extravaganten Eigenschaften und seiner ambivalenten Natur ist Glas kein fügsames Material. Damit zu arbeiten ist eine Herausforderung für die Beherrschung der Materie, daher die Faszination, die es seit der Antike auf Künstler, Handwerker und Wissenschaftler ausübte. In seiner inneren Struktur birgt es noch das Chaos der Flüssigkeit, dennoch ist es ein Festkörper, obwohl es zerbrechlich und durchsichtig ist. Seine wahre Natur bleibt Gegenstand von Debatten und andauernder Reflexion.

Die Fenster sind eine Metapher für den Aufstieg von den Tiefen des Irdischen zu den Höhen der Spiritualität, das Glas bricht das Licht und transzendiert das Stoffliche. Die Künstlerin benützt das Licht als ein Element, das Immaterialität symbolisiert, den Höhepunkt der Suche nach Subtilität, denn das Licht durchdringt das Glas ohne es zu verändern. Metaphorisch verkörpert das Glas die Idee des Heiligen und göttlicher Allgegenwart. Die Botschaft des Lichts im Glas suggeriert eine metaphysische Neigung; sie ist ein Symbol für die Suche nach Erlösung. Bei Farbe ist alles möglich; minuziös platziert Wiedenhofer die Einzelelemente mit dem Bewusstsein maximaler Präzision. Intuitiv kombiniert sie diese Elemente, um neue Kompositionen zu erschaffen. Sie erschafft diese neue Welt in vollkommener Freiheit – es ist ein Akt der Liebe, eine Liebesgeschichte zwischen der Künstlerin und ihrer Kunst. Das Werk ist fertig, wenn die Künstlerin befriedigt ist – und damit letztlich der Betrachter.