Österreichische Gemälde von 1800 bis heute

Unsere Präsentation beginnt zeitlich mit einem prachtvollen Rosenbouquet Josef Lauers, das mit der Einbeziehung der Natur den stilistisch letzten Höhepunkt des Spätbiedermeiers darstellt. Im offenen Pinselduktus und in einer vom Licht geführten Komposition ein Blumenstillleben aus dem äußerst...

Unsere Präsentation beginnt zeitlich mit einem prachtvollen Rosenbouquet Josef Lauers, das mit der Einbeziehung der Natur den stilistisch letzten Höhepunkt des Spätbiedermeiers darstellt. Im offenen Pinselduktus und in einer vom Licht geführten Komposition ein Blumenstillleben aus dem äußerst selten am Kunstmarkt aufscheinenden Œuvre Camilla Göbl-Wahls. Schließlich die expressionistische Ausführung des Blumenstücks, wahren Farbstürmen gleich, in leuchtender Aquarelltechnik von Emil Nolde.

In fünf verschiedenen Werken und aus einer Spanne von zwei Jahrhunderten wird Venedig aus der Sicht verschiedener Künstler festgehalten. In detailgenauer Wiedergabe der Dogenpalast Rudolf von Alts, in der Betonung des Atmosphärischen die Kaiansicht Antonietta Brandeis‘, eine collageartige Gesamtansicht der venezianischen Bauten hingegen von Kurt Moldovan. Carl Moll thematisiert die spezifischen Licht- und Farbverhältnisse von Außen- und Innenraum, während Eduard Angeli die Stille eines Sonnenuntergangs über der Lagunenstadt in Szene setzt.

Weitere Städte Italiens sind in den hellkolorierten Ölgemälden Otto Rudolf Schatz‘ festgehalten. Heimische Städte wie der präzis wiedergegebene Stadtplatz in Hall des Realisten Theodor von Hörmann präsentieren sich neben malerischen Landschaften des Salzkammerguts von Ferdinand Brunner und Adolf Helmberger. Ebenso werden die alpinen Landschaften im strahlenden Gipfellicht von Alfons Walde als auch in ihrer kargen Schönheit von Felix Heuberger festgehalten. In freier, pastoser Spachteltechnik hingegen das Schweizer Hochtal von Werner Scholz und die aus der Farbe und dem Gefühl entstandene morgendliche Herbstlandschaft Herbert Gurschners. In sprühender Lebendigkeit die Meeresbilder Alfred Zoffs, traumähnlich, visionär die stille Ansicht des Weihers des Secessionisten Ernst Stöhr.

Von Erika Giovanna Klien, der Hauptvertreterin des Kinetismus, präsentieren wir vier Werke mit ihren unvergleichlich dynamischen Bewegungsbildern. Äußerst bewegt, in Symbolisierung des Lebens, auch die konzentrische Spirale in Friedensreich Hundertwassers "Sonnentropfen". Konträr erweist sich der aus der offenen Kreidekontur entstandene Akt Oskar Kokoschkas gegenüber dem flächig inszenierten amerikanischen Akt des Pop Art Künstlers Tom Wesselmann.

Ebenso gegensätzlich auch die Portraits einer im diffusen Licht mystisch aufscheinenden Dame Alfons Waldes – ein äußerst seltenes Sujet des Künstlers – gegenüber der klar inszenierten Frauengestalt Sabine Wiedenhofers im Kontext gesellschaftlicher Strukturen sowie dem gläsernen "Pineapple Head" Kiki Kogelniks. Aus der Gruppe um die Galerie St. Stephan schließlich drei informelle Werke Josef Mikls und Markus Prachenskys.