Österreichische Gemälde von 1800 bis heute

Chronologisch beginnt unsere diesjährige Herbstausstellung mit Ferdinand Georg Waldmüllers „Kirchgang im Frühling“, mit dem er am Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens zur vollendeten Synthese seiner naturalistischen Portrait- und Landschaftsmalerei gelangt. Die zwei weiteren Versionen...

Chronologisch beginnt unsere diesjährige Herbstausstellung mit Ferdinand Georg Waldmüllers „Kirchgang im Frühling“, mit dem er am Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens zur vollendeten Synthese seiner naturalistischen Portrait- und Landschaftsmalerei gelangt. Die zwei weiteren Versionen des Themas befinden sich heute in musealen Sammlungen. In außergewöhnlichem Großformat und aus eindrucksvoller Perspektive gibt Rudolf von Alt den Petersplatz in Rom Mitte des 19. Jahrhunderts wieder. Olga Wisinger-Florian hingegen wählt mit der Ulmenallee ein bewusst unprätentiöses und pittoreskes Motiv, welches sie in meisterlicher Wiedergabe von Farbe und Licht grandios in Szene zu setzen vermag.

Ein einzigartiges Relikt des zerstörten Deutschen Theaters in New York und berührendes Zeugnis des Jugendstils stellt Alfons Muchas emotional inszeniertes Theaterprogramm mit drei weiblichen Protagonistinnen aus dem Jahr 1908 dar. Sinnlich zeigt sich Egon Schieles Frauenakt im Jahr 1917, der sich, losgelöst von jeglicher Räumlichkeit, in spannender Weise einer klaren perspektivischen Einordnung bewusst entzieht. Hingegen ist Edward Cucuels Frauenfigur eng eingebunden in das lichtdurchflutete Interieur, das der Maler in impressionistischer Manier, rein aus Licht und Farbe gestaltet, eindrucksvoll inszeniert.

Hervorzuheben ist auch das Jungenportrait Emil Noldes, ein äußerst rares Sujet im Œuvre des Künstlers, das er in leuchtenden Aquarellfarben und expressivem Duktus ausführt. Zart hingegen, der Beschaffenheit des Sujets entsprechend, das sommerliche Blumenstillleben Oskar Kokoschkas aus den 60er Jahren. Aus dieser Zeit sowie den 70er und 90er Jahren stammen auch die Aluminium- bzw. Bronzeskulpturen Joannis Avramidis und Josef Pillhofers, die in abstrahierender Addition bzw. Reduktion die Gestaltungsprinzipien der figürlichen Tektonik aufgreifen. Mit den Werken Xenia Hausers, die Fotografie und Malerei und ebenso verschiedene Realitätsebenen miteinander verbinden, und dem lebendig-fantasievollen Orangen Weltenklang Gunter Damischs führt uns die Ausstellung in die Gegenwart.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre unseres Kataloges und freuen uns sehr, Ihnen unsere Werke auch persönlich in unserer Galerie vorzustellen!