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Max Weiler, der 1910 in Absam bei Hall geboren ist, zählt zu den großen, international anerkannten österreichischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Schon als junger Maler und Mitglied der katholischen Reformbewegung „Bund Neuland“ entwickelte er früh eine eigenständige, „spiritualisierte“ Weltanschauung – diese „gelebte Verbindung von Naturerfahrung und Spiritualität darf man getrost die Wurzel von Weilers gesamter Kunst nennen.“ 1 Max Weiler findet nach einem bereits sechs Jahrzehnte überspannenden Œuvre zu seinem letzten großen Abenteuer: farbstarke und häufig großdimensionierte Landschaftsvisionen, die in ihrem intensiven Kolorit die reduzierte und monochrome Palette der vorangegangenen Jahre regelrecht in den Schatten zu stellen vermag. Das großformatige Werk „Asphodeloswiese“ 2 ist hier beeindruckend, ja musealer malerischer Zeuge dieser späten künstlerischen Schlüsselphase, in der Max Weiler zunehmend klar wurde „in welchem Umfang seine Malerei Erinnerung an Naturbilder enthielt, die er seit seinen Kindertagen in sich gesammelt hatte. Das Paradies der frühen Kinderzeit und das Paradies einer Natur im Werden – waren das nicht die beiden Seiten der gleichen Erfahrung?“ 3 Souverän spielt Max Weiler auch in diesem Gemälde mit seiner großen Erfahrung im Umgang mit der reinen Eitemperafarbe und seiner Vorliebe für das Fließende, Atmosphärische und Entgrenzte; statt einer festen Perspektive löst er hier die traditionelle Bildordnung auf und schafft offene, dynamische Räume, die den Betrachter unmittelbar und suggestiv in seine Bildwelten hineinzuziehen vermögen. In einer musikalisch anmutenden Rhythmik gleiten kaleidoskopartig naturähnliche Formen – man denkt unwillkürlich an Berge, Felsblöcke, Flussläufe, Pflanzenranken, Blumen oder Wolkenformationen – in schillernder Farbenpracht auf den großen Leinwänden neben- und ineinander und das Bildgeschehen zeigt Landschaftsähnliches gleichsam im Fluss, im Prozess des Entstehens und Wachsens, auch über die Begrenzungen des Bildraumes hinaus. Am Zenit seiner Kunst und Lebensweisheit kreiert Max Weiler in diesen visionären Bildschöpfungen nichts weniger als eine Apotheose von Reichtum, Kraft und Pracht der ewigen – und gerade in unseren Zeiten auch zunehmend fragilen – Natur: „Alles in Einem: das ist das Leben, dessen Spur er malend gezogen hat.“ 4 1 Online unter: https://maxweiler.at/index.php/anfange-und-neuanfange-1927-50/ (zugegriffen am 26. 2. 2025) 2 Der Asphodeliengrund (auch die Asphodeloswiese) ist ein Ort aus dem Totenreich der griechischen Mythologie, ein Zwischenreich der „unvollkommenen Seelen“, die auf ihr Verlöschen warten. Auf den Asphodeloswiesen wuchsen die Asphodelen, die auch gerne auf Gräbern gepflanzt wurden, als mythische Blumen. 3 Gottfried Boehm, Der Maler Max Weiler. Das Geistige in der Natur, Wien 2001/2010, S. 342 4 Gottfried Böhm, Der Maler Max Weiler. Das Geistige der Natur, Wien 2001, S. 394