Ferdinand Brunner

1870 Wien - 1945 Wien

  • Titel Landschaft mit Windmühle ("Abend")
  • Datierung 1905
  • Technik Öl auf Leinwand auf Karton
  • Maße 23,5 x 34 cm
  • Signatur links unten datiert und signiert: 1905 / BRUNNER rückseitig Künstlerhausetikett, datiert und nummeriert: 1905/2542
  • Provenienz Privatbesitz, Österreich
  • Literatur Vgl. Heinrich Fuchs (Hg.), Ferdinand Brunner. Malerischer Entdecker des Waldviertels, Wien 1979, S. 58f.

Bei den Bildern Ferdinand Brunners muss man unweigerlich an die Werke der Stimmungsrealisten Rudolf Ribarz und Eugen Jettel denken, deren Darstellungen der kargen Weiten Hollands und der Normandie große Beachtung fanden. Die Tradition der Kunst Ferdinand Brunners ist neben dem österreichischen Stimmungsrealismus auch in dessen Vorbild der Schule von Barbizon, der französischen „paysage intime“ zu suchen. Der 1870 in Wien geborene Maler studierte an der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Eduard Peithner von Lichtenfels. Seine Motive fand der Künstler vorwiegend in Bayern, Sachsen und der damaligen Monarchie.

Als „Maler der Stille“ wird Ferdinand Brunner von der Fachliteratur bezeichnet, anschaulich zeigt dies das Gemälde „Landschaft mit Windmühle“. Ein grüner Wiesenhügel, auf dessen Kuppe eine Windmühle steht, nimmt das untere Drittel des Bildes ein. Links von der Mühle, teils vom Hügel verdeckt, ist das Dach einer Scheune zu erkennen. Der Großteil der Leinwand wird jedoch vom Himmel beherrscht, der sich in zarten Blau- und Violetttönen über ein Drittel der Fläche erstreckt. Bei dem 1905 entstandenen Gemälde handelt es sich um ein frühes Werk des Künstlers, wobei er seine charakteristische, eigenständige Ausdrucksweise hier bereits gefunden hat. Um 1900 gibt er die kleinteiligen Motivbeschreibungen zugunsten größerer, monochromer Farbflächen auf und widmet sich intensiv dem Verhältnis von Fläche und Raum, wobei die exakte Wiedergabe des Motivs zweitrangig ist. Es geht dem Künstler vor allem um die Stimmung, die aus dem Kontrast zwischen der Einfachheit des Dargestellten und seiner Steigerung ins Monumentale basiert. Durch das Weglassen überflüssiger Details entsteht der Eindruck von Großzügigkeit und Weiträumigkeit. Von der schlichten Schönheit des Motivs geht die Poesie der Bilder Ferdinand Brunners aus.