Alfons Walde

1891 Oberndorf - 1958 Kitzbühel

  • Titel Bergfrühling
  • Datierung 1937
  • Technik Öl auf Karton
  • Maße 52,8 x 67,5 cm
  • Signatur links unten signiert: A. Walde rückseitig auf originalem Künstleretikett handschriftlich betitelt, signiert und datiert: "Bergfrühling" / A. Walde / 1937
  • Provenienz Privatbesitz, USA; dort in den 1970er Jahren erworben, Privatbesitz, England
  • Literatur Vgl. Gert Ammann, Alfons Walde. 1891-1958, Innsbruck 2012, S. 301
  • Sonstiges Das Werk wird unter der WVZ-Nr. D-LA-878 in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis von Prof. Dr. Gert Ammann und Michael Walde-Berger aufgenommen. Gutachten von Prof. Dr. Gert Ammann, Völs, vom 4. November 2021.

Alfons Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf geboren. 1911 wurden seine Werke erstmals in Innsbruck ausgestellt, 1913 folgte eine Ausstellung in der Wiener Secession. Nach dem Ersten Weltkrieg sollte die nächste Ausstellung wieder in Wien stattfinden. Ab 1924 gestaltete er Plakate für die Tiroler Fremdenverkehrswerbung und Postkartenserien mit den für sein gesamtes Œuvre charakteristischen Landschafts- und Schneebildern. 1956 erhielt Alfons Walde den Titel „Professor“ und verstarb zwei Jahre später in Innsbruck. In nebenstehendem Gemälde widmet sich Alfons Walde einem Motiv, das er öfters darstellte, meistens in unterschiedlichen Jahreszeiten. Dieses Bild gibt es zum Beispiel auch als Winter-Motiv. In diesem Fall findet die Szene im Frühling statt. Drei Damen treffen sich auf einem Weg, inmitten dreier Gebäude. Hinter ihnen saftig grünes Gras, im Hintergrund ragen schneebedeckte Bergspitzen in den blauen Frühlingshimmel. Die warme Kleidung der Damen lässt auf die noch etwas kühle Frühlingsluft schließen, so wie der kahle Baum, der noch keine Knospen trägt. Dennoch ist der Schnee schon geschmolzen und kündigt wärmere Temperaturen an. Die Farbpalette ist sehr typisch für Walde, verschiedene Brauntöne, das charakteristische Spiel zwischen weißem Schnee und blauen Schatten in den Bergen. Das Blau des Himmels und der Berge kontrastiert mit der grünen Wiese. Die eher zurückhaltende Farbpalette wird aufgelockert durch einige Farbtupfer, wie der rote Mantel der Dame ganz vorne, den sie über dem türkisfarbenen Rock trägt, sowie das rote Tuch, das fast in jedem Walde-Gemälde am Balkon eines Hauses hängt. Abgerundet wird dieses typische Walde-Gemälde von dem pastosen Farbauftrag, wie man ihn von seinen Meisterwerken gewohnt ist. Formvollendend fängt der Künstler die Atmosphäre des Lebens im Bergdorf ein. Die Gesichter der Damen sind sehr reduziert, es geht Walde nicht darum individuelle Personen zu zeigen, sondern um die Darstellung des täglichen Lebens in Tirol. Walde verwendet die Bestandteile seiner Bilder oft wie Bausteine, die er unterschiedlich zusammensetzt. Die Figuren und Gebäude behalten ihr unverkennbares Aussehen und werden in den verschiedenen Bildern eingesetzt. Walde zeigt auch in diesem Bild meisterhaft seinen einzigartigen Stil, der seine Gemälde zu etwas ganz Besonderen macht.