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Das nebenstehende Aquarell fungiert als besonders schönes Beispiel für die Blumenmalerei, für die Emil Nolde bekannt ist. Das Werk entstand vermutlich ungefähr zu der Zeit, wo er sich mit seiner Frau Ada niederließ und zum Zweck seiner Kunst einen weitläufigen Garten anlegte. Dieses Motiv lässt sich wohl eher mit seiner Südsee-Reise in Verbindung bringen und weniger mit seinem eigenen Garten, der ihm später als Inspiration für seine Blumen¬ aquarelle diente. Das Aquarell zeigt links zarte Orchideen in bezauberndem hell-violett, die Blüten sind sorgfältig arrangiert, sodass sie sich im oberen Teil des Bildes nicht überschneiden und jede in ihrer Gesamtheit sichtbar ist. In der Mitte sind weitere, blaue Orchideen, die etwas weniger detailliert ausgearbeitet wurden, dargestellt. Auf der rechten Seite wiegen sich weitere Blüten – in kräftigem Orange – im Wind. Die rechte untere Ecke färbt Nolde braun, möglicherweise ein Erdhügel, um eine freie Fläche zu vermeiden. Im Vergleich zu seinen späteren Werken, wo er die Farbe gezielt aber doch freier über das Blatt fließen lässt, sind besonders die Blüten hier klar abgegrenzt und gut erkennbar. Das kräftige Orange der Blüten rechts, sowie das starke Grün der Blätter steht im Kontrast zu dem hellen Violett der linken Orchideen. Es gelingt Nolde dennoch, diese visuell in den Mittelpunkt zu stellen. Das Kronblatt (auch Labellum genannt) der violetten Orchideen links ist in dunklem Orange und Gelb ausgeführt und lenkt somit den Blick des Betrachters auf die Orchideen. Der tatsächliche Mittelpunkt des Aquarells wird von den Blättern gebildet, die großflächig in Grün ausgeführt wurden. Besonders in dieser Arbeit findet sich der japanische Einfluss wieder, den Nolde in einem dreiwöchigen Aufenthalt in Japan aufnahm. Die Flüchtigkeit mit der auch die japanischen Maler ihre Motive auf Papier brachten machte sich auch Nolde zu Nutze, ebenso wie das Merkmal japanischer (und allgemein ostasiatischer) Malerei, die Bildfläche freizulassen, um den Blumen oder Tieren ihren Platz zu geben. Ganz weiß lässt Nolde das dünne Papier nicht, da er es ja ebenso in Wasser tränkt, um die Aquarellfarbe fließen zu lassen, doch er verwendet meist nur eine Farbe für den Hintergrund. Manchmal etwas dunklere Töne, aber auch so wie hier ein helles Beige. Durch seine Nass-in-Nass Maltechnik erreicht Nolde in seinen Blumenaquarellen ein harmonisches Zusammenspiel der Farben und schafft eine Leichtigkeit und frühlingshafte Atmosphäre.