Ai Weiwei wurde 1957 in Peking geboren. Er ist ein chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und auch als Kurator tätig.
Ai Weiwei wuchs in einem Umfeld voller politischer Spannungen auf. Bereits sein Vater, Ai Qing, ein chinesischer Dichter und Maler, engagierte sich politisch und positionierte sich regimekritisch, was zu einer zwanzig Jahre andauernden Verbannung führte.
Ab 1978 studierte er an der Pekinger Filmakademie und gründete bereits ein Jahr später die Künstlergruppe Stars Group, bei der die Ablehnung institutioneller Kunst programmatisch wurde. Während seines Aufenthalts in New York in den 1980er- und 1990er-Jahren sowie seines nur kurzen Studiums an der Parsons School of Design beschäftigte sich Ai Weiwei zunehmend mit zeitgenössischen Kunstströmungen und Konzepten wie der Performance- und Konzeptkunst, dem Dadaismus und der Pop Art. 1993 kehrte er nach Peking zurück.
Ai Weiweis Kunst ist großteils politischer und aktivistischer Natur; in seinen Arbeiten thematisiert er die Unruhen und Veränderungen in seinem Heimatland. Er kritisiert Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftliche Ungleichheiten sowie die Ausbeutung und Verschmutzung der Natur und des Ökosystems. Seine kritische Haltung gegenüber dem chinesischen Regime führte im Jahr 2011 zu einer mehrmonatigen Inhaftierung und zu einem bis 2015 andauernden Reiseverbot. Von 2015 bis 2019 lebte er in Berlin, wo er eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste innehatte. Nach einer Übersiedlung nach England verlegte er 2021 seinen Wohnsitz dauerhaft nach Portugal.
Seine künstlerische Herangehensweise orientiert sich an dadaistischen Positionen und Vorbildern wie Marcel Duchamp. Ein wichtiges Medium sind Alltagsgegenstände, Antiquitäten oder Objekte mit spiritueller Konnotation, die er in seinen Installationen überarbeitet oder (um)arrangiert. Er arbeitet stets multidisziplinär und schuf neben Werken der bildenden Kunst auch Bücher, Filme, Häuser, Fotografien und Skulpturen.