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Josef Mikl ist maßgeblich an der Entwicklung der abstrakten Malerei nach 1945 beteiligt und war unumstritten einer der bedeutendsten Protagonisten der österreichischen Kunst in der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts. 1929 in Wien geboren, begann er seine künstlerische Ausbildung 1946 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und wechselte von 1948 bis 1955 an die Wiener Akademie der Bildenden Künste in die Meisterklasse von Josef Dobrowsky. Seinen wohl größten Auftrag verdankte er einem Brand, nachdem er die 1997 wiederaufgebauten Decken des großen Redoutensaales der Wiener Hofburg mit einem riesigen Deckengemälde und zweiundzwanzig Einzelbildern gestaltete. Als Vertreter des abstrakten Realismus, befasste sich Josef Mikl vorwiegend mit der menschlichen Figur, die er in seinem Werken oft bis zur Unkenntlichkeit abstrahierte. Gegen den Ausdruck „gegenstandslos“ wehrte er sich jedoch Zeit seines Lebens. „Zum Bildwerden braucht es einen Inhalt. Das unterscheidet das Bild vom Muster, von der Dekoration doch selbst Dekorationen bestehen aus Streifen, Ringen, Flächen. Aber alles, was sich hin zum Geistvollen, hin zur Wahrheit bewegt, bedarf einer Vorstellung, eines Inhaltes, eines Gegenstandes. Daher kann man nicht von gegenstandslosen Bildern sprechen.“ 1 Beim monumentalen Bild „Mohnfrau und Ringer“ handelt es sich um ein Spätwerk des gebürtigen Wieners, es entstand 2006, nur zwei Jahre vor seinem Tod. Zwei in etwa gleich große Figuren stehen nebeneinander und nehmen beinahe die gesamte Bildhöhe ein. Mit breitem, kräftigem Pinselstrich, bevorzugt in den Farben Orange und Rot, baut er die Figuren aus einzelnen Kreisen, die er übereinanderstapelt, auf. Schwarz und Blau dienen ihm vereinzelt Akzente zu setzten, die dem Bild große Vitalität verleihen. Als Hintergrund wählte er ein für ihn typisches sattes Gelb-Orange. In diesem besonders gelungen Spätwerk Josef Mikls wird die Spannung zwischen Gegenstand und Abstraktion besonders deutlich. Der Künstler verstarb am 29. März 2008. Sein künstlerischer Nachlass ist vielseitig und umfasst neben Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen auch Arbeiten zu literarischen Themen. 1 Josef Mikl im Gespräch mit Wolfgang Drechsler, in: Josef Mikl. Arbeiten 1988–1993, Wien 1993, Abb./S. 40 verso.