Alfred Kubin

1877 Leitmeritz - 1959 Zwickledt

Alfred Kubin wurde am 10. April in Leitmeritz, Nordböhmen geboren. Er wuchs in Salzburg, Zell am See und Klagenfurt auf und lebte ab 1906 bis zu seinem Tod in dem Schlösschen Zwickledt bei Wernstein am Inn.

Sein Vater schickte ihn 1896 für eine Photographenlehre nach Klagenfurt zu seinem Schwager. 1898 ging Kubin zum Studium nach München. 1899 wurde er in die „Naturklasse" von Nikolaus Gysis aufgenommen, brach das Studium jedoch bald wieder ab. Im selben Jahr sah Kubin erstmalig Max Klingers Radierzyklus „Paraphrase über den Fund eines Handschuhs", der in ihm Visionen schwarz-weißer Bilder verursachte und sein alptraumhaft-phantastisches Frühwerk prägte.

Bereits im Frühjahr darauf war Kubin bei der Secessions-Ausstellung mit 12 Arbeiten vertreten. Ausstellungen in Berlin und München folgten. Er lernte Fritz von Herzmanovsky kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Er traf auf seinen Reisen Koloman Moser, Alexej von Jawlensky und Paul Klee. Kubin beschäftigte sich mit Illustrationen zu Meyrinks „Golem“ und Edgar Allan Poes „Die Tatsachen im Fall Waldemar“. Durch den Tod seines Vaters und die Krankheit seiner Frau Hedwig erlitt er 1907 erneut eine schwere Depression. Trotz seines steten Erfolges wechselten sich immer wieder Perioden des produktiven Schaffens und der Lustlosigkeit ab.

Ab 1912 arbeitete er für die neu gegründete satirische Wochenzeitschrift „Simplicissimus“.

Während des Ersten Weltkrieges beschäftigte sich Kubin mit Psychoanalyse und Philosophie. In den zwanziger Jahren entwarf er eine große Anzahl an Lithographien für Zeitschriften und schuf Illustrationen für Literaten. 1930 wurde Kubin an die Preußische Akademie der Künste in Berlin berufen. Zwei Jahre später stellte er einige Arbeiten auf der Internationalen Ausstellung in Venedig aus. Ab diesem Zeitpunkt folgten zahlreiche Ausstellungen und Ehrungen in Deutschland und Österreich. 1955 vermachte Kubin seinen gesamten Nachlass der Republik Österreich. Dieser wurde zwischen der Albertina und dem Oberösterreichischen Landesmuseum aufgeteilt. Alfred Kubin verstarb am 20. August 1959 in Zwickledt.