Biedermeierglas

  • Titel Sockelbecher mit Portrait der Erzherzogin Sophie von Österreich
  • Datierung Böhmen, nach 1836
  • Maße Höhe 15 cm
  • Herkunft, Entw./ Ausf. Gravur: Dominik Biemann
  • Literatur Lichtenberg, Glasgravuren des Biedermeier, Regensburg 2004, Seite 35 ff, Abb. 29; 33; 35, vergleichbare Formen und Portraits Museum Liaunig, Schnitt und Farbe, Glassammlung, Neuhaus 2015, S. 245ff, zu Portraitgravuren Dominik Biemanns Pazaurek/Philippovich, Gläser der Empire- und Biedermeierzeit, Braunschweig 1976, Abb. 98, ähnlicher Glastypus

Die Vorlage zu diesem Portrait der Erzherzogin Sophie ist eine Lithographie von Josef Kriehuber aus dem Jahre 1836. Die Zuschreibung dieses Portraits an Dominik Biemann, dem genialen Glasschneider der Biedermeierzeit, ist anhand der detailgetreuen Qualität der Gravur nachzuvollziehen. Wie in der Vorlage sitzt die Erzherzogin auf einem Fauteuil, den Kopf nach links gedreht. Die weichen Linien des Gesichts der noch jungen Kaiserin sind ebenso meisterhaft gelungen wie die ausdrucksvolle Augenpartie und die modische Haartracht. Es gibt mehrere vergleichbare und von Dominik Biemann signierte Portraits von Damen der Gesellschaft, die in Qualität und Feinheit diesem Portrait ebenbürtig sind.

In seinen persönlichen Aufzeichnungen, schildert er den Besuch von Erzherzog Franz Karl in seinem Atelier in Franzensbad. Bei dieser Gelegenheit sieht dieser einen Kupferstich der Erzherzogion Sophie in seinem Atelier hängen, und Biemann erzählt, dass er im Winter (1839/40) eine Begegnung mit der Erzherzogin hatte und diese auf Glas graviert hat, welches der Erzherzog aber bereits gesehen hatte. (Novy, „Aus meinem Leben", Dominik Biemann, Gablonz 2010, S. 25 und 76).