Glas Venedig

  • Titel Große Pilgerflasche mit Wappen der Familie Nerli
  • Datierung Venedig, um 1500
  • Maße Höhe 29,5 cm
  • Provenienz Privatbesitz, Großbritannien
  • Literatur Ritsema van Eck/Zijlstra-Zweens, Glass in the Rijksmuseum, Band I, Amsterdam 1993, S. 19, Nr. 3 - selbe Form; Lanmon/ Whitehouse, Glass in the Robert Lehman Collection, The Metropolitan Museum of Art, New York 1993, S. 21-23 - vergleichbare Flaschen; Mille Anni di Arte del Vetro a Venezia, Palazzo Ducale/Museo Correr, Venedig 1982, S. 87, Abb. 81 - selbe Form, mit Wappen; Gerbier/Barbe/Biron (Hg.), Émailler le verre à la Renaissance. Sur les traces des artistes verriers entre Venise et France, Paris 2021, S. 88, 89 und 148, Kat.-Nr. 34, 35 und 62; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock. Slg. Ernesto Wolf, Wien 1987, o.S., Abb. Kat.-Nr. 5 - etwas spätere Flasche mit vergleichbarer Form und anderem Wappen (auch hier Ranken mit Voluten )

Zur Florentiner Familie Nerli

Die Senatorenfamilie Nerli gehörte zu den wichtigsten Patrizierfamilien in Florenz, die im Laufe der Geschichte einige wichtige Würdenträger, der Stadt Florenz respektive der Florentiner Republik und auch der katholischen Kirche, stellen sollte. Einer der frühesten bedeutenden Persönlichkeiten dieses Geschlechtes war zweifellos der 1498 verstorbene Tanai Nerli. Als wohlhabender Anhänger der Guelfen war er nicht nur Botschafter und Repräsentant der Republik Florenz, sondern auch Förderer der Künste. So beauftragte er Filippino Lippi mit dem bekannten Madonnen-Altar Pala de' Nerli mit der heiligen Katharina aus Alexandria und dem heiligen Martin von Tours in der Familienkapelle der Florentiner Basilika Santo Spirito, wo er auch mit seiner Frau Nanna als Patron darauf zu sehen ist. Das Ehepaar hatte zehn Söhne und sechs Töchter, die durchweg durch geschickte Heiratspolitik in die einflussreichsten Familien, allen voran den Medici, mit denen man stark verbunden war, einheirateten. Nicht wenige wurden selbst bedeutende Persönlichkeiten der Stadt, so ist es anzunehmen, dass diese Pilgerflasche für eines seiner Nachkommen oder Verwandten angefertigt wurde.