Franz von Stuck

1863 Tettenweis - 1928 München

  • Titel Jugendstilrahmen mit Spiegel
  • Datierung um 1915
  • Technik gebeiztes Kirschholzfurnier auf Fichtenholz, vergoldetes Schlagmetall, flache Ornamentik aus Modelliermasse
  • Maße 72,4 x 90,3 cm
  • Provenienz Privatbesitz, Österreich

Franz von Stuck wurde 1863 in Tettenweis im Landkreis Passau als Sohn eines Dorfmüllers geboren. Von 1878 bis 1881 besuchte er die Königliche Kunstgewerbeschule München und setzte seine Ausbildung bis 1885 an der Akademie in München fort. Erste Verbindungen nach Wien ergaben sich 1882, als er Entwürfe für eine Mappe vom Verlag Gerlach & Schenk anfertigte, an der auch Gustav Klimt beteiligt war. Nachdem er anfänglich hauptsächlich an Zeichnungen arbeitete, entdeckte er 1887 auch die Ölmalerei für sich. 1892 gründete er gemeinsam mit anderen Künstlern die Münchner Secession. Drei Jahre später unterrichtete er an der Akademie unter anderem Wassily Kandinsky und Paul Klee. In Bogenhausen ließ Stuck eine Villa errichten, die er ganz im Sinne des Gesamtkunstwerkes selbst mit Möbeln und Skulpturen ausstattete. Sie dient heute als Museum und zeigt sein Œuvre in all seinen Facetten. Franz von Stuck starb 1928 in München. Der Künstler fertigte oft zu Gemälden eigens designte Rahmen an und komponierte seine Werke auch mit Hinblick auf die Wirkung im Rahmen. Diese fielen ganz unterschiedlich aus. Meist – wie unser Rahmen – vergoldet, mit Ornamenten und anderen Dekorationen. Teils mit architektonischen Elementen und/oder mit Bezug zum Gemälde. Unser Rahmen ist ein ebenso goldener Rahmen mit Ornamenten, aber auch figurativen Darstellungen, in den ein Spiegel eingesetzt wurde. Die beiden Seiten zeigen ein Wellenmuster, das durch Luftblasen aufgelockert wird. Dieses Ornament ist auch in anderen seiner Rahmen zu finden. Unten und oben ist der Rahmen mit sich wiederholenden Darstellungen von zwei Schwänen geschmückt, die um einen Blätterkranz ringen. Um die beiden Vögel herum fliegen Federn, die sich im Gezänk aus dem Gefieder gelöst haben, die sich allerdings gleichmäßig über die Rahmenfläche verteilen und so selbst wieder zu Ornamenten werden. Die Federn an den Körpern der Schwäne sind detailliert und filigran ausgeführt, in verschiedener Haptik, teils klein und fest wirkend, teils leicht und samtig. Der Typus von zwei Figuren in Interaktion miteinander, sich entweder im Tanz oder auch im Streit drehend, taucht bei Franz von Stuck immer wieder auf. Etwa bei den berühmten Tänzerinnen, den streitenden Satyrn oder hier bei den Schwänen. Ganz im Sinne des Gesamtkunstwerkes des Jugendstils sind die Rahmen bei Franz von Stuck ein bedeutender Teil seiner Kunst und heben seine Gemälde in neue Sphären.