Sabine Wiedenhofer: Kerzen werden zu Kunst pdf-Katalog  

Sie waren Zeichen der Solidarität, der Nächstenliebe, der Vereinigung von Religionen und ein leuchtendes Zeichen der Menschlichkeit. Tausende Kerzen haben die Wienerinnen und Wiener an den Orten der Terroranschläge vom 2.11.2020 platziert. Das überwältigende Lichtermeer ist erloschen, doch das Gedenken bleibt der Stadt Wien erhalten.

Künstlerin Sabine Wiedenhofer war selbst am Abend des Terrors nur wenige Meter von den Anschlägen in der Wiener Innenstadt entfernt und erlebte die Stunden der Angst unter den Tischen eines Restaurants in der Judengasse. Als sie ein paar Tage nach dem Anschlag wieder in die Wiener Innenstadt ging und ein Meer des Mitgefühls, ausgedrückt durch tausende Kerzen und Blumen sah, war Sabine Wiedenhofer klar, dass dieses Bild nicht in den Müll wandern darf. Die Künstlerin, die seit Jahren mit unterschiedlichsten Materialien experimentiert und bereits 2017 bei der Glassstress Show im Rahmen der Biennale di Venezia ausgestellt hatte, kontaktierte ihre Freunde in Murano-Venezia und begann an einem Konzept über die „Metamorphose“ von - in Plastik und Glas ummantelten - Kerzenresten zu einem Kunstwerk zu arbeiten.

Sabine Wiedenhofer: „Dieses, von den Wienerinnen und Wienern geschaffene Manifest der Empathie, des Mitgefühls und der Hoffnung muss unserer Stadt erhalten bleiben. Ich danke der Wiener Stadtregierung für die Möglichkeit mit den Resten dieser Kerzen arbeiten zu dürfen.“ Bereits im November 2020 kontaktierte Sabine Wiedenhofer den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, die Büros der zuständigen StadträtInnen Veronica Kaup-Hasler und Jürgen Czernohorsky, sowie den Vorsitzenden des Gemeinderatsausschusses für Kultur & Wissenschaft, Prof. Dr. Gerhard Schmid, die alle ihrer Idee positiv gegenüberstanden.

Zunächst werden hunderte Säcke mit Kerzenresten, Plastik, Glas und Wachs von der MA48 in Simmering in einen geeigneten Lagerraum transferiert, bevor das Material, umweltgerecht recycelt, von der Künstlerin verarbeitet wird.

Sabine Wiedenhofer: „Es geht um die Verschmelzung von Symboliken, von Glaubenssätzen, von Materialien und dadurch um die Erschaffung einer neuen Einheit. Einer Vollkommenheit, die das unabdingbare Fundament für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Toleranz ist.“ Ziel des Projektes ist es das Kunstwerk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, als Zeichen der Vereinigung von Religionen und Menschlichkeit. Als Kunstwerk und Mahnmal zugleich.

Über die Künstlerin

Sabine Johanna Wiedenhofer, in Wien geboren, vereinigt mehrere Facetten des gegenwärtigen Kunstbegriffs: Sie bedient sich all ihrer zur Verfügung stehenden Mittel um ihre Kunstwerke zu schaffen. Wiedenhofer arbeitet mit Fotografie, Malerei, Plastik, Glas, Stahl, Aluminium, die Künstlerin kombiniert und verbindet verschiedenartige Materialien, um immer komplexere Werke hervorzubringen. Wiedenhofer vereint unterschiedliche Bildsprachen, um ihre künstlerische Ausdrucksweise zu betonen. Sabine Wiedenhofers Werk resultiert aus einer Vereinigung vielfältiger visueller Elemente und Materialien. Die Künstlerin befasst sich vor allem mit den Themen Licht, der daraus entstehenden vierten Dimension, Farbe auf Glastechnik und die daraus resultierenden Effekten, womit sie international unter anderem bei der Glasstress Biennale di Venezia, Art Miami, Art Wynwood, Art Contemporary Palm Beach und national bei der Art Austria, Vienna Contemporary und der Art Salzburg für Furore gesorgt hat.

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