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Werner Berg wurde 1904 in Elberfeld (heute Wuppertal) geboren und wandte sich nach ersten Studien in Wien und München früh der Malerei zu. Prägend für sein Leben und Werk war die Übersiedlung nach Kärnten in den 1930er Jahren, wo er sich bewusst für ein einfaches Leben im ländlichen Raum entschied. Bergs künstlerisches Interesse galt vor allem den Menschen und ihren alltäglichen Handlungen. Dabei vermied er sowohl romantisierende Darstellungen als auch dramatische Zuspitzungen; seine Bilder zeichnen sich durch eine ruhige, konzentrierte Bildsprache aus. In Eisschießen – Kleinsee zeigt Berg eine winterliche Szene aus dem ländlichen Kärnten. Menschen stehen auf dem Eis, gehen hin und her, warten, beobachten. Das Eisschießen ist hier kein lautes Wettkampfgeschehen, sondern ein stiller Moment gemeinschaftlichen Tuns. Die Figuren wirken einfach und unauffällig, ihre Bewegungen zurückhaltend, mal etwas angespannter, mal ruhiger. Die Farbpalette verstärkt die besondere Stimmung: kühle Blau-, Grau- und Grüntöne dominieren die Eisfläche und den Hintergrund, während warme, erdige Farbtupfer in der Kleidung und in Details der Figuren Akzente setzen. Berg selbst beschrieb seine Wahrnehmung des Eisschießens so: „[…] Ich versteh’ selbst vom Eisschießen gar nicht viel, und das ist vielleicht ein Glück, denn ich nehme die Erscheinung umso stärker in mich auf. Wenn die Menschen auf dem Eis hin und her gehen, oft erregt, oft statuarisch dort stehen, ist es für mich wie ein Ballett – wie eine Erscheinungsform des Menschen in der Landschaft, die sich sonst nicht bietet.“1 Dieses „Ballett“ aus Bewegung und Stillstand verleiht dem Bild seinen besonderen Reiz. Berg interessiert sich weniger für das Spiel selbst als für die Art, wie Menschen sich in der winterlichen Landschaft bewegen und macht so seinen eigenen Eindruck auf besondere Weise sichtbar.
1 Werner Berg im Film „Der Maler Werner Berg“, ORF, 1974.