Sabine Wiedenhofer

1974 Wien

  • Titel The Octogon
  • Datierung 2021
  • Technik Glas mit geschreddertem Material der Gedenkstücke des Terroranschlages vom 2. November 2020 Aluminium mit geschreddertem Material der Gedenkstücke des Terroranschlages vom 2. November 2020
  • Maße Oktogon aus Glas: 26 x 26 cm Oktogon aus Aluminium: 37 x 37 cm
  • Provenienz direkt von der Künstlerin
  • Literatur Claudia Peschel-Wacha, The Octogon, in: Österreichisches Museum für Volkskunde (Hg.), Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, Neue Serie Band LXXVI, Bd. 125, Heft 2, Wien 2022, S. 285-290
  • Sonstiges Die Skulpturen werden zugunsten der Opfer und Hinterbliebenen des Terroranschlages vom 2. November 2020 im Rahmen einer Silent Auction versteigert. Der Reinerlös kommt der Organisation "der Weisse Ring" zugute.

Tausende persönliche Briefe, Blumen, Kerzen und gemalte Kinderbilder. Liebe als Antwort auf Hass säumte nach dem Terroranschlag von Wien wochenlang die Straßen und Plätze der Stadt. Dieses „Gedenkmaterial" trug stille Botschaften durch das Herz der Wiener Innenstadt und über Österreichs Grenzen hinweg. Eine Vereinigung tausender Menschen nach der bitteren Terrornacht in Wien, am Montag, den 2.11.2020.

Künstlerin Sabine Wiedenhofer, Teil einer Gesellschaft, die sie stets auch von außen beobachtet, empfand es als ihre persönliche Pflicht, diese niedergelegten Gedenkstücke zu bewahren und verhinderte, dass dieses Gut einfach im Müll landete. Eine Metamorphose fand statt. Tonnenweise Blumen, Kerzen, Kränze, Briefe und Bilder ließ die Wiener Künstlerin in kleinste Teilchen zerkleinern, um sie anschließend mit Aluminium und Glas zu verschmelzen und ihnen die Form der Auferstehung, der Unendlichkeit zu geben.

Die Form des Oktogons: Das Achteck hat seit der Antike eine symbolische Bedeutung, die auf das Urbild des achtstrahligen Sterns zurückgeht und für Vollkommenheit steht. Sabine Wiedenhofer bewahrte das Gedenken und erschuf eine Verschmelzung von Symboliken für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Toleranz.