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Maria Lassnig wurde 1919 in Krappfeld in Kärnten geboren. Nachdem sie zunächst eine einjährige Ausbildung zur Volksschullehrerin absolviert hatte, zog sie nach Wien, um an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse von Prof. Wilhelm Dachauer Malerei zu studieren. Nach künstlerischen Differenzen setzte sie ihr Studium bei Prof. Ferdinand Andri und Prof. Herbert Boeckl fort und schloss es 1945 mit einem Diplom ab. Lassnig setzte sich schon früh intensiv mit Farben und deren emotionalem sowie fragmentarischem Ausdruckswert auseinander, bediente sich der Farbfeldmalerei oder ließ – im Sinne eines infinito – große Flächen der Leinwand unbehandelt. Ab den 1960er-Jahren verwendete sie zunehmend liebliche Pastellfarben für ihre Bilder, die oft in starkem Kontrast zu den existenziellen, persönlichen oder teils grausamen Themen ihrer Arbeiten stehen. So setzte sich Lassnig intensiv mit ihrem Körper und Körperbild auseinander und entwickelte dabei häufig verzerrte Formen und Silhouetten, die nur vage an tatsächliche menschliche Körper erinnern. Auch beim Schneemann auf der Turrach ist ein vielleicht autobiografisches Körperbild zu vermuten, das behutsam in die Landschaft eingeschrieben wurde. Während einiger Reisen in den Mittelmeerraum und den Nahen Osten hielt Lassnig ihre Eindrücke vermehrt mit Aquarellfarben auf Papier in kleineren, handlicheren Formaten fest. Auch das vorliegende Bild wurde mit stark verdünnten Aquarellfarben gemalt, die ineinanderfließen und verrinnen; dabei wurden teils ganze Flächen weiß belassen. Besonders ab den 1980er-Jahren widmete sich Lassnig Natur- und Landschaftsdarstellungen, die für sie keine naturalistischen Abbilder waren, sondern ein Medium der Selbstreflexion, Selbstanalyse und des bedachten emotionalen Ausdrucks. Ab diesem Zeitraum unterhielt sie auch ein Sommeratelier in Kärnten, nachdem sie ihrer Heimat für längere Aufenthalte in Wien, Paris und New York den Rücken gekehrt hatte. Der dargestellte Ausschnitt zeigt – wie von Lassnig selbst bezeichnet – die Turrach zwischen der Steiermark und Kärnten. Die Farben sind in pastelligen Gelb-, Violett-, Blau-, Rosa- und Grüntönen gehalten und vermitteln eine idyllische Abendstimmung, die jedoch bewusst durch die Rohheit des Gebirges kontrastiert wird – ein Phänomen, das sich durch Lassnigs vielschichtiges Œuvre zieht und ihre Sensibilität und Stärke als Künstlerin bildlich manifestiert.